Microsoft will als Mitglied der „Open Source Business Foundation“ (OSBF) einen Internet Service Bus (ISB) für ein übergreifendes Dienstangebot in der Cloud entwickeln. Die Projektidee ISB soll die Interoperabilität von Microsoft .NET- und Java-basierten Services in der Cloud demonstrieren. Im März wird die erste Testversion der Lösung verfügbar sein.
Microsoft gründete im Oktober des letzten Jahres das „Microsoft Open Source Interop Technology Center“ im deutschen Unterschleissheim. Dort steht ein hochleistungsfähiges Rechenzentrum, das für ausgewählte Open Source Software- und Interoperabilitätsprojekte zur Verfügung steht. Das Zentrum ist Teil von Microsofts Engagement in der „Open Source Business Foundation“ (OSBF). Die OSBF ist ein europäisches Netzwerk der Open Source-Branche mit mehr als 120 Mitgliedern. Microsoft leitet innerhalb der OSBF die Projektgruppe „Interoperability“.
Ziel der Beispiellösung ist es, einen einheitlichen Zugriff auf Dienste verschiedener Anbieter über eine einzige Anwendung zu ermöglichen. Die Lösung besitzt eine auf Java-Technologien basierende Weboberfläche und kommuniziert via den ISB mit Java- (Open-Xchange) und .NET-Applikationen. Der ISB basiert dabei im Kern auf der offenen SOA-Plattform SOPERA und erlaubt den einheitlichen Zugriff auf Java und .NET Services.
Die Idee eines Internet Service Bus
Applikationen im Web sind mittlerweile weit verbreitet. Auch viele Applikationen im Geschäftsumfeld verfügen über ein Web-Interface. Sowohl Desktop- wie Client-/Server-Anwendungen nutzen immer häufiger den Browser als UI und Webprotokolle zum Datenaustausch. Schlagworte wie Software-as-a-Service (SaaS), Cloud-Computing oder verteilte Anwendungen beschreiben Teilaspekte dieser Entwicklung.
Microsoft verfolgt das Thema ISB bereits seit geraumer Zeit. Mit „BizTalk Services“ steht bereits auch ein erstes Beispiel für einen ISB zur Verfügung. Ein ISB bietet die Möglichkeit, Anwendungen über das Internet miteinander zu verbinden (analog einem Enterprise Service Bus ESB). Ein ISB Provider funktioniert dabei ähnlich wie ein Hosting Provider (vgl. Abbildung): Der Hosting Provider stellt primär eine Plattform zur Entwicklung dynamischer Webseiten zur Verfügung, die mit einer oder mehreren Datenbanken interagieren. Ein ISB Provider hingegen betreibt eine Plattform, die es ermöglicht, Applikationen zu erstellen, die Services verschiedenster Anbieter miteinander kombinieren (verbundene Anwendung).

Ein ISB stellt also wichtige Komponenten eines Enterprise Service Bus in der Cloud zur öffentlichen Nutzung bereit. Dabei spielt es keine Rolle, auf welcher Plattform die Komponenten verwendet werden. Er bietet eine Publish-/Subscribe-Architektur mit der erforderlichen Messaginginfrastruktur, um Firewalls zu überwinden. Dazu bietet der ISB eine verbundene Identitätsverwaltung sowie eine Workflow-Dienstebene, über die benutzerdefinierte Geschäftsprozesse im Web gehostet werden können.
Bildquelle: MSDN