Marco Savini

inContext: Kollaboration in verteilten Teams


Geposted von Marco Savini am 15.01.2009, 11:30

Viele Unternehmensfelder und -situationen setzen mobile Teams ein. Diese lassen sich folgendermassen charakterisieren:

  • Die Mitarbeiter sind stark verteilt, teilweise über verschiedene Zeitzonen hinweg.
  • Das Team ist meistens sehr dynamisch und passt sich schnell den aktuellen Gegebenheiten an.

Das Problem ist häufig die Organisation, bzw. Koordination der einzelnen Mitarbeiter, bzw. Teilaktivitäten derselben. Normale Meetings können nicht einfach ad-hoc gehalten werden, unmittelbare Kommunikation ist nur schwer möglich. Ferner nutzen die einzelnen Mitarbeiter eine grosse Menge an verschiedenen Geräten, von Mobiltelefonen hin zu Desktop-Computern, und erwarten ähnliche Funktionalitäten situationsgerecht auf dem aktuell verwendeten Endgerät. Die Organisation eines Meetings, auch nur virtuell, dauert meistens mehrere Iterationen bis ein passender Zeitpunkt gefunden ist.

inContext

Und hier setzt das EU-Projekt inContext an. Als Forschungsprojekt ist es nicht das Ziel, ein fertiges Produkt zu präsentieren, sondern die Mechanismen und Algorithmen zu definieren, welche in ein solches Framework passen.

Im Rahmen dieses Projektes wurde eine service-orientierte Architektur entwickelt, die sich pervasive collaboration service architecture (PCSA) nennt. Diese kann in verschiedenen Szenarien und Anwendungen eingebettet werden.

Worin sich inContext von anderen kontextabhängigen Kollaborationssuiten abhebt, ist die Tatsache, dass es fähig ist, aus den Interaktionen im Team zu lernen und daraus eine möglichst effiziente Zusammenarbeit abzuleiten vermag. Der Fokus wird also auf das Team gelegt, und nicht auf den individuellen Mitarbeiter.

Die Architektur hat bereits ein grosse Anzahl an Diensten integriert um mit SMS, E-Mail, Kalendern, Instant Messaging, Dokumenten, Planungs, Aufenthalt, Ort, Kontext (was macht eine Person) arbeiten zu können.

Kategorisierung von mobilen Teams

Mit dem inContext Projekt werden drei Arten von verteilten Teams unterstützt:

  • Nomadic: Das sind typischerweise Aussendienstmitarbeiter, welche ihren Aufenthaltsort ständig wechseln und situationsgerecht die Daten des aktuellen Kunden wissen müssen.
  • Virtual: Virtuelle Teammitglieder zeichnen sich weniger durch ständiges Wechseln des Aufenthaltsortes aus, sondern durch ihre Verteilung. Sie sind über den ganzen Globus gestreut und arbeiten gemeinsam an einem Projekt. Ein gutes Beispiel dafür sind Forschungsprojekte.
  • Nimble: Diese Teamart formiert sich ad-hoc zur Lösung eines spezifischen Problems heraus und löst sich nach deren Lösung gleich wieder auf. Beispielsweise kommen bei einer Naturkatastrophe verschiedene Aktoren zusammen (Rotes Kreuz, Logistik, Behörden), die zusammen möglichst effizient Hilfe leisten müssen.

Fazit

Die Erkenntnisse wird in Projekten der Partner Hewlett-Packard und Microsoft integriert. Das lässt gerade bei letzteren auf vieles hoffen in Bezug auf die Office Integration. Zur Zeit ist es noch in einem frühen Stadium und es ist schwer abzuschätzen, wie sich die Resultate auf die alltägliche Arbeit auswirken werden.

Wer allerdings häufig entfernt arbeitet oder verteilte Teams managen kann und sich bisher mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner (Telefon und E-Mail) behelfen musste, kann erwartungsvoll in die Zukunft blicken.

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