Marco Savini

Bled Konferenz: Collaborative Shopping Networks


Geposted von Marco Savini am 18.06.2008, 17:46

Und hier ein neuer Beitrag der Bled Konferenz. Soeben habe ich einen Vortrag Peter Leitners von der Technischen Universität Wien gehört. Dabei geht es um die Nutzung von Webnutzern im Zusammenhang mit E-Commerce.

Ausgangslage ist die in den letzten Jahren stark gestiegene Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook, MySpace oder Mediensites wie YouTube oder Flickr, alles natürlich im Kontext des Web 2.0.

Nutzung von sozialen Netzwerken

Vergleicht man nun den Verkehr von sozialen Netzwerken mit dem von klassischen E- Commerce Sites wie Amazon oder EBay, erkennt man dass sich der Trend seit Mitte 2006 zugunsten der sozialen Netzwerken verschoben hat. Dieser Trend ist den Betreibern von klassischen E-Commerce natürlich nicht entgangen und jeder von uns kennt dessen Effekte, angefangen von Produktbewertungen oder Reviews bis hin zu Wunschlisten. Es gibt ein starkes Bedürfnis im E-Commerce Umfeld für innovative Modelle und Konzepte wie Crowdsourcing, Consumer Generated Content oder Live Shopping.

Vergleich Nutzung von sozialen Netzwerken und E-Commerce Sites

Peter Leitner beschreibt in seinem Beitrag das Resultat einer erweiterten Analyse von collaborative shopping networks, welche explizit den Endbenutzer mit in den ganzen Prozess einbeziehen und erstellt dazu ein entsprechendes Interkationsmodells.

Welches sind nun die Faktoren, die Social Commerce beeinflussen? Wie in der nachfolgenden Abbildung ersichtlich, ist dies einerseits die Evolution der Web- Benutzer und andererseits auch die Einstellungen der Benutzer, wem oder was sie für eine eventuelle Transaktion vertrauen.

Einflüsse auf Social Commerce

Der methodologische Ansatz beginnt mit der Zusammenstellung einer Liste von 100 Social Commerce Netzwerken. Diese wurden aus bestehenden Verzeichnissen, wie z.B. Mashable generiert. Jede dieser Sites wurde mit einem standardisierten Bewertungsfeld und Kurzzusammenfassung kategorisiert. Eine explorative Vorgehensweise dient dann der Erkennung der wichtigsten Entitäten, Funktionen und Interaktionen.

Der Beitrag zählt nun beispielhaft fünf verschiedene Social Commerce Sites auf, die ich hier nicht im Detail aufführen möchte, deshalb nur eine kurze Auflistung:

  • Crowdstorm: Empfehlungsplattform für Produkte, die den "Buzz" um diese misst und die Empfehlungen ihrer Benutzer berücksichtigt.
  • MyDeco: Kollaboratives Wohnungseinrichtungsplattform, bei welcher Benutzer die Einrichtungen anderer Benutzer beurteilen und seine eigene beurteilen lassen kann.
  • Stylehive: Eine Social Bookmarking Plattform wie z.B. del.icio.us, welche sich auf Fashion Produkte spezialisiert.
  • ThisNext: Ein soziales Netzwerk, auf welchem Benutzer anderen Benutzern Produkte empfehlen.
  • Threadless: Ein virtueller Kleiderladen, in welchem Benutzer ihre T-Shirt-Motive als Fotos selber raufladen können und von der Gemeinschaft bewertet werden. Wöchentlich werden sechs Motive für die Produktion aufgrund der Bewertungen ausgewählt; Benutzer erhalten Punkte und können diese für den Kauf weiterer T-Shirts verwenden.

Die folgenden Kategorien von Social Commerce Sites wurden identifiziert:

  • Kollaborative Shopping Netzwerke
  • Bookmarking Dienste
  • Multishop Dienste
  • Sonstige Dienste

Ausserdem wurden die folgenden Funktionalitäten auf diesen Sites mit verschiedener Häufigkeit gefunden:

  • Häufig (über 70%): Bearbeitbare Benutzerprofile, Produktebilder, Produktebewertungen, Produktefeedbacks, Produkteranglisten, Corporate Blogs.
  • Normal (30 bis 70%): Foren, Syndication Feeds, Messaging Dienste, Favoriten, Wunschlisten, Gruppen, Tags, Freundeslisten.
  • Selten (weniger als 30%): Widgets (kleine spezialisierte Anwendungen), Badges, nutzergenerierte Blogs, Produktevideos, Chats.

Interessant sind auch die Umsatzmodelle, welche sich hinter solchen Social Commerce Sites befinden.

  • Online Werbung, häufig kontextuell wie z.B. mit Google AdSense.
  • Affiliate Programme, um einen Teil des generierten Umsatzes bei den Zielsites zu erhalten.
  • Direktverkäufe, d.h. eigene Shops, werden weniger häufig verwendet.
  • Modelle in welchem Mitgliederbeiträge erhoben werden, wurden selten (weniger als 5% der Fälle) beobachtet.

Im Beitrag wurden die folgenden Trends identifiziert:

  • Crowdsourcing
  • Real Time Funktionalitäten
  • Spezialisierte Suchmaschinen
  • Personalisierungsfunktionalitäten
  • Integration von Fotos und Videos
  • APIs und Syndication
  • Shopping Mashups

Im resultierenden Interaktionsmodell stehen zwei Entitäen im Mittelpunkt: Der Benutzer und das Produkt.

Social Commerce Interaktionsmodell

Abschliessend muss noch erwähnt werden, dass sich solche Modelle zur Zeit hauptsächlich für Nischenprodukte eignen. Dennoch können solche Geschäftsmodelle durchaus erfolgreich sein, wie am Beispiel von MyDeco ersichtlich wird, welche im Februar 2007 in London gegründet wurde und mittlerweile bereits 35 Mitarbeiter zählt.

Der Beitrag wird in Kürze auf der Website der Konferenz online gestellt. Sämtliche Abbildungen wurden mit freundlicher Genehmigung aus dem Beitrag von Peter Leitner entnommen.

0 Kommentare | Trackback Url

Kommentare
Ihr Kommentar zum Blog-Eintrag





Feedburner
aseantic RSS Feed
Feedburner RSS Feed
Add to Favorites
Add to Delicious
aseantic @ Facebook
Add to Technorati Favorites
Bookmark and Share
Creative Commons