Gian-Franco Salvato

Interessantes aus dem Monitoring der Informations- und Kommunikationswirtschaft 2008


Geposted von Gian-Franco Salvato am 14.06.2008, 14:28

Am 13. Juni veröffentlichte TNS Infratest im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) bereits im achten Jahr in Folge das „Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft“, eine umfassende Bestandsaufnahme der deutschen Informations- und Kommunikations-Branche (IKT) im internationalen Vergleich. Da die Schweiz bei den Referenzwerten mit einbezogen wird, lassen sich aus dem Report auch für uns einige interessante Erkenntnisse gewinnen. Als Referenzregion wird entweder die Basis Westeuropas (EU 15 plus Norwegen und Schweiz) oder Gesamteuropas, die EU-15- oder die EU-25-Länder bezog.

E-Readiness 2008: Der Reifegrad der schweizer Informationswirtschaft im internationalen Benchmark

The Economist Intelligence Unit (EIU) hat in Kooperation mit IBM das „E-Readiness Ranking 2008” herausgegeben und damit zum neunten Mal den informationswirtschaftlichen 'Reifegrad' (E-readiness) von nunmehr 70 Ländern ermittelt. Damit ergibt sich sowohl aus der Bewertung von sechs Einzelkategorien ein weltweites Gesamtbild als auch ein Vergleich, wie sich die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) der Schweiz zum Wohle von Wirtschaft und Gesellschaft im weltweiten Vergleich entwickelt hat.

Das Ranking führt gegenwärtig die USA mit 8,95 (Vorjahr: 8,85) von möglichen 10 Punkten an, was einer Verbesserung um einen Rangplatz entspricht. Auf dem zweiten Platz folgt Hongkong (8,91 Punkte), das sich um zwei Rangplätze im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnte. Das 2007 führende Land Dänemark rutscht um vier Rangplätze auf den fünften Platz mit 8,83 Punkten ab. Die Schweiz platziert sich 2008 um vier Plätze schlechter auf Rang 9, in den letzten zwei Jahren ist die Schweiz von Rang 3 auf Rang 9 zurückgefallen. Die Schweiz wurde aufgrund einer weniger gut gelungenen Fortschreibung ihrer E-Government-Strategie schlechter platziert. Der ganze Report kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Weitere Informationen sind im UN E-Government Survey 2008 ersichtlich.

Breitbandtechnologien für Anwendungen und Dienste der Next Generation Networks

350 Millionen Breitbandanschlüsse weltweit und davon allein 120 Millionen Anschlüsse in der Region Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) können als klare Entwicklung in ein neues Kommunikations- und Telekommunikationszeitalter interpretiert werden. IPTV, VoIP, Triple-Play und Web 2.0 mit seinen konvergenten und verbindenden Community Anwendungen stellen weltweit die wesentlichen Treiber der rasanten Entwicklung von Internet und IKT-Infrastrukturen dar. Angebote wie Triple-Play bedeuten, dass die Telekommunikationsunternehmen ihren Kunden heute Verbundprodukte aus Telefon, Fernsehen, Computer und Internet in einem umfassenden Kommunikationsprodukt auf Basis eines breitbandigen Internetanschlusses offerieren. Gleiches gilt für die Werbemärkte, die sich zunehmend auf die neuen Möglichkeiten breitbandiger Internetdienste und Medienangebote einstellen. Damit liegt die Vermutung nahe, dass nicht nur die technische Entwicklung der Netze hauptverantwortlicher Treiber der zunehmenden Breitbandverbreitung ist, sondern dass in Wechselwirkung die Weiterentwicklung der Anwendungen und Inhalte die Evolution der Infrastrukturen fördert. Die dynamische Entwicklung der weltweiten Breitbandzahlen in 2007 unterstreicht die hohe Bedeutung dieser Kommunikationstechnologie für die Volkswirtschaften auf der einen Seite sowie für die Gesellschaft auf der anderen Seite. Massgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist die durch die Digitalisierung der Inhalte und Vertriebskanäle induzierte Öffnung neuer Geschäftsmodelle und Erlösquellen.

Einer der wichtigsten Indikatoren, der den aktuellen Stand der Breitbandverbreitung in einem Land wieder gibt, spiegelt das Verhältnis zwischen Anzahl der Einwohner und der jeweils pro Land installierten Breitbandanschlüsse wider, die sogenannte Penetrationsrate (Anschlüsse je 100 Einwohner). Die Schweiz konnte deutlich gewinnen und besetzt mit 32 Prozent Breitbanddurchdringung in der Bevölkerung nun die dritte Position (im Vorjahr noch Position sechs). Auch das ‚Siegerpodest‘ in Sachen Breitbandanschlüsse in der Bevölkerung wird somit in 2007 durch ein rein europäisches Trio gebildet, das neben einer vergleichsweise hohen bestehenden Durchdringung der Bevölkerung mit breitbandigen Anschlüssen gleichzeitig noch Wachstumsraten zwischen 20 Prozent und 16 Prozent pro Jahr ausweist.

Breitbandanschlüsse in ausgewählten Ländern in Prozent

Die Preise, die weltweit für die Nutzung breitbandiger Internetverbindungen zu bezahlen sind, variieren stark. Der durchschnittliche Preis innerhalb der in der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zusammengefassten 30 Industrieländer lag im Oktober 2007 bei 35,75 Euro. In der Schweiz lag der günstigste Preis, der im Oktober 2007 für ein Mbit/s anfiel, bei 2,48 Euro, der teuerste bei 20,03 Euro, woraus sich eine Spanne von 17,55 Euro errechnet. Die günstigsten Preise finden sich in den Ländern, die ohnehin zu den führenden Breitbandnationen gezählt werden. Leider sind die günstigsten Preise für ein Mbit/s in der Schweiz immer noch deutlich höher als die der anderen führenden Länder. Immerhin sind in der Schweiz mit 4,20 Euro die günstigsten Breitband-Monats-Abonnemente von Westeuropa zu finden.

Durchschnittliche Preise für ein Breitband-Monats-Abonnement

Die Gehälter der IT-Spezialisten

Innerhalb Westeuropas sind die Gehaltsunterschiede nach wie vor sehr gross und machen teilweise mehr als 50 Prozent aus. So hatten sich die Italiener 2007 mit 24.745 Euro Grundgehalt zu begnügen, während die Schweizer 54.126 Euro im Jahr verdienten. Auch die höchsten Zuwachsraten beim Grundgehalt wurden 2007 in der Schweiz mit 10,9 Prozent, gefolgt von Spanien mit 9,3 Prozent, erzielt. Als einziges westeuropäisches Land musste Grossbritannien Verluste bei den Einstiegsgehältern hinnehmen (-9,8 Prozent). Die IT-Beschäftigten in den USA konnten sich 2007 wieder über steigende Gehälter freuen. Nach der jährlichen Untersuchung des Magazins Computerworld (USA) vom November 2007 stiegen die Gehälter im vergangenen Jahr über alle IT-Beschäftigungskategorien hinweg um 3,7 Prozent auf durchschnittlich 80.000 US-Dollar.

Die Einstiegsgehälter in Osteuropa deutlich unter denen ihrer westeuropäischen Kollegen. So erhalten IT-Berufseinsteiger in Polen, das mit 16.561 Euro Grundgehalt in Osteuropa mit Abstand führend ist, lediglich 30 Prozent des Grundgehalts in der Schweiz. IT-Einsteiger in der Tschechischen Republik, Ungarn, der Slowakei und Rumänien verdienen mit Einstiegsgehältern zwischen 13.787 und 9.217 Euro noch deutlich schlechter.

Grundgehälter von Berufseinsteigern in der IT-Branche in ausgewählten Ländern

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